Auflösung

Es ist 5:37 Uhr. Draußen ist es unwahrscheinlich neblig.
Ich sehe das andere Ufer nicht.

Über die unsichtbar gewordene Brücke fahren Lastwagen. Sie fahren durch dieses Nichts und vertrauen darauf, dass die Straße sie auch durch den Nebel ans Ziel führt. Auch wenn sie nicht überprüfen können, ob sich hinter dem Nebel wirklich die Welt versteckt, die sie kennen. Vertraute Ecken, die ihnen sonst als Orientierung dienen.

Nicht einmal das Licht ihrer Scheinwerfer schafft es bis zu meinem Fenster.
Die Welt ist nur noch hörbar, alles andere muss erfunden werden.
Die Abwesenheit überwiegt. Zwei Fahnen klackern im Wind, im Wasser bewegt sich etwas.

Auch das Dazuerfundene ist frei von jedem zuviel.
Es ist vollkommen, aber nicht greifbar, nicht haltbar, wie alles Erfundene.
Im Hellen, entnebelt und entlarvt, wird es etwas anderes.

Eine Täuschung. Eine Wunschvorstellung. Eine Nebensächlichkeit.

Veröffentlicht in: Blog

4 Gedanken zu „Auflösung

    • clairewalka sagt:

      Dann kommentierst du das.
      Aber nur, wenn ich das ERLAUBE! Ist aber glaub ich nur beim ersten Mal so, dass ich ein Kommentator zulassen muss. Du kannst jetzt also theoretisch was ganz Böses schreiben und ich merke es nicht gleich. Dann werde ich angeklagt, wegen eklatanter Perversion oder so, denn ich muss ja wahrscheinlich schon ununterbrochen meiner Aufsichtspflicht nachkommen…

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