Dazwischen

Wenn man an einem Ort nicht mehr lange ist, ist das ein seltsamer Zustand.
Man ist zwar noch da, aber nicht mehr so richtig, man betrachtet alles ein wenig aus der Perspektive von jemandem, der bereits gegangen ist. Es ist, als würde man zurückschauen, dabei ist das alles noch Gegenwart.
Das ist ein komischer Schwebezustand, während dem man nirgends richtig ist. Was man vermissen wird, vermisst man eigentlich in dem Moment, wo es noch da ist, wo man es bewusst betrachten und wahrnehmen kann. Denn sobald man weg ist, stürmt die neue Umgebung auf einen ein, lenkt ab, schafft neue Bilder und neue (oder bei einer Rückkehr auch alte) Gewohnheit.
Wenn man weggeht, merkt man plötzlich, wie selbtverständlich manches geworden ist, die tägliche Umgebung, die Geräusche oder die Stille, und natürlich die Menschen, mit denen man zu tun hatte. Menschen, die man immer besser kennen gelernt hat, aber auch Menschen, die einfach nur da waren.

Ich finde es schwer, mich in diesem Zustand des „Dazwischen“ auf etwas zu konzentrieren bzw. etwas anzufangen, was ich hier nicht auch zu Ende bringen kann. Dabei besteht keine Notwenigkeit, alles, was ich hier anfange auch hier zu Ende zu bringen.
Dahinter steckt aber wahrscheinlich auch mein sinnloser Wunsch, immer jede freie Minute effektiv zu nutzen, auch die Minuten zwischen Kistenpacken und Erledigungen.

Weil daraus nichts wird, schau ich lieber aus dem Fenster, wo heute nochmal die Sonne auf dem Wasser glitzert.

Wasserglitzern

Blick aus dem Fenster

Veröffentlicht in: Blog

3 Gedanken zu „Dazwischen

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