Ich bin dann mal weg… Mit Timon auf der Walz

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produktion clipart/NDR

Erstausstrahlung am 29.08.2013 um 18:15 Uhr im NDR

Timon Lüsch (20) aus der Nähe von Bad Segeberg ist der Held dieses Films.
Der Zimmermannsgeselle nimmt es auf sich, für mindestens drei Jahre und einen Tag auf Wanderschaft zu gehen. Während dieser Zeit muss er seinen Heimatort in einem Umkreis von 50 Kilometern meiden. Per Anhalter reist er durch die Lande. Bahn und Bus sind verboten. Handy und Internet ebenfalls.
In den ersten Monaten begleitet ihn Christian aus Quakenbrück.
Der 26jährige Altreisende führt ihn ins Wanderleben ein – so lange, bis sich Timon zutraut, alleine unterwegs zu sein.
Denn Wandergeselle sein heißt, auch Bräuche einzuhalten: Mit seiner schwarzen Kluft, den typisch angeordneten Knopfreihen, dem breitkrempigen Schlapphut, dem Ohrring und seinem Wanderbündel, fällt Timon sofort auf. Auf der Walz folgt er den mündlich überlieferten Regeln aus der jahrhundertealten Tradition seiner Bruderschaft, aber auch seinem eigenen, inneren Wegweiser.
Im „Hotel Mama“ wollte Timon nicht länger bleiben; „Zuhause habe ich alles, aber es passiert nichts mehr. Wer zu Hause bleibt, hat null Ahnung vom Leben“, sagt er. Er will in die Fremde, um Selbstständigkeit, Unabhängigkeit, Toleranz und Menschenkenntnis zu lernen. Seine Liebesbeziehung zu seiner Freundin stellt er dafür auf eine harte Probe.
Er packt seinen „Charlottenburger“, ein bedrucktes Tuch, in das die Reisenden ihr Gepäck einwickeln. Eine Garnitur zum Wechseln, ein paar T-Shirts, Socken, Unterhosen, eine Zahnbüste – mehr passt da nicht rein. Das Leben auf der Walz ist hart. Aber dafür hat Timon die Freiheit in jede Himmelsrichtung zu gehen, auf die er Lust hat.
Die Kamera begleitet Timon bei der Abschiedszeremonie von Familie und Freundin und in den ersten Tagen auf seiner Reise durch Schleswig-Holstein. Ohne Job, ohne Essen, ohne Schlafplatz ist er auf das Wohlwollen seiner Mitmenschen angewiesen.

Ein „Typisch“ über einen jungen Mann, der seinen Weg geht.
(Quelle: produktion clipart/NDR)

Autorin: Petra Wernz
Kamera: Rudolf Fromeyer
Schnitt: Claire Walka
Redaktion: Christian Pipke – NDR
Produktion: produktion clipart