Raubfisch

Spät in der Nacht kam sie nach Hause, betrunken und todmüde. Sie war zu abwesend und neben der Spur, um die Dinge um sich herum noch wirklich wahrzunehmen. Alles drehte sich, sie starrte auf Wände und in Ecken, um das Karussell im Inneren zu verlangsamen, versuchte, die Augen an Gegenständen im Raum festzukleben, glitt aber  immer wieder an ihnen ab. Gedanken strudelten unvollendet weiter.

Die Fische im Aquarium hatten sich längst verkrochen, bis auf einen, ein ziemlich dicker, der schwamm noch oben herum.
Doch auch ihm verlor sie aus dem Blick, gab es auf, die Augen offen zu halten und legte sich auf ihr Bett, so, wie sie war, putzte sich nicht die Zähne, schminkte sich nicht ab, zog sich nur mit den Füßen die Schuhe aus.

Die ersten Stunden schlief sie fest, doch dann begann dieser Traum. Immer wieder wurde sie von Pac Man verfolgt, und kurz bevor er sie schnappte, teilte sich ihr Körper in zwei Hälften und dabei verdoppelte sie sich. Der neu entstandene Zwilling wurde dann sofort von Pac Man gefressen. Sie war in Panik, versuchte, schneller zu werden, geriet außer Atmen, zappelte, ruderte, kam aber trotzdem kaum voran. Pac Man wurde vom Auffressen ihres Zwillings immer dicker und dicker, aber kein bisschen langsamer. Bis er auf einen Schlag auf den Rücken fiel und sich nicht mehr bewegte.

Sie wachte ruckartig auf, ihr Herz klopfte wie wild. Panisch lief sie zum Aquarium. Es waren keine Fische zu sehen, bis auf den einen, großen.
Er hatte alle anderen Fische aufgefressen und schwamm auf dem Rücken.

Beitrag für pareidolia

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